Jeden Spätsommer wiederholt sich im Hühnerstall dasselbe Bild: Überall liegen Federn, die Hennen wirken zerrupft und legen plötzlich kaum noch Eier. Für viele Halter sieht das nach Krankheit aus.
Dabei ist die Mauser ein völlig natürlicher Vorgang im Leben jedes Huhns. Trotzdem gibt es einiges zu beachten, damit deine Tiere gesund und mit kräftigem neuen Gefieder durch diese anstrengende Phase kommen.
Was ist die Mauser bei Hühnern?
Die Mauser ist der jährliche Federwechsel, bei dem das Huhn sein altes, abgenutztes Gefieder gegen ein neues, dichtes Winterkleid austauscht. Federn nutzen sich im Laufe eines Jahres ab und verlieren ihre Schutzfunktion, deshalb müssen sie regelmäßig erneuert werden.
Gesteuert wird dieser Prozess über Hormone. Wenn die Tage im Herbst kürzer werden und die Temperaturen sinken, reagiert der Hormonhaushalt der Henne: Alte Federn fallen aus, neue beginnen nachzuwachsen. Junghennen mausern meist erst ab dem zweiten Lebensjahr in vollem Umfang.
Wann und wie lange dauert die Mauser?
Die Mauser beginnt bei den meisten Hühnern im Spätsommer, in Deutschland häufig ab September. Der genaue Zeitpunkt ist nicht bei allen Tieren gleich und hängt von verschiedenen Faktoren ab:
- Tageslänge: kürzere Tage sind der wichtigste Auslöser
- Alter und Rasse: ältere Tiere und bestimmte Rassen mausern intensiver
- Stresslevel und Rang: rangniedere Tiere beginnen oft später
- Gesundheitszustand: kranke oder geschwächte Tiere brauchen mehr Zeit
Wie lange die Mauser dauert, ist individuell sehr verschieden. Bei gesunden Hühnern sind vier bis sechs Wochen normal, bei manchen zieht sie sich aber über acht bis zwölf Wochen. Wichtig zu wissen: Nicht alle Tiere im Bestand mausern gleichzeitig, das kann sich über Wochen verteilen.
Woran erkennt man die Mauser?
Die Mauser folgt meist einer festen Reihenfolge. Sie beginnt am Kopf und Hals, wandert dann über Brust und Rücken bis zu den Flügeln und endet beim Schwanzgefieder. So lässt sich der Verlauf gut nachvollziehen.
Typische Anzeichen für den Beginn der Mauser sind:
- Vermehrter Federverlust im Stall und im Auslauf
- Lückenhaftes, zerrupftes Aussehen der Tiere
- Deutlicher Rückgang oder kompletter Stopp der Legeleistung
- Blasserer Kamm und weniger Aktivität
- Ruhigeres, zurückgezogenes Verhalten
Der Stopp der Eierproduktion ist dabei kein Grund zur Sorge. Der Körper steckt seine gesamte Energie in das Federwachstum, und Federn bestehen zu großen Teilen aus Eiweiß. Die Eierproduktion ruht so lange, bis die Mauser überstanden ist.
Mauser oder Krankheit? So unterscheidest du sie
Weil ein mauserndes Huhn schnell krank aussieht, lohnt sich ein genauer Blick. Bei der normalen Mauser fallen die Federn in geordneter Reihenfolge aus, und an den freien Stellen sind bereits die spitzen Federkiele der neuen Federn zu erkennen.
Stutzig werden solltest du dagegen bei diesen Warnsignalen:
- Federverlust nur an einer einzigen Stelle, ohne nachwachsende Kiele
- Kahle, gerötete oder blutige Hautstellen
- Sichtbare Parasiten wie die Rote Vogelmilbe an neuen Federansätzen
- Federpicken durch andere Tiere im Bestand
- Apathie, Durchfall oder Atemprobleme
In solchen Fällen steckt eher ein Parasitenbefall, ein Nährstoffmangel oder eine Erkrankung dahinter. Hält der schlechte Zustand an oder verschlechtert er sich, ist der Gang zum Tierarzt ratsam.
Was ist während der Mauser zu beachten?
Die Mauser ist für das Huhn körperlich anstrengend und schwächt das Immunsystem. Genau jetzt brauchen die Tiere besondere Aufmerksamkeit, vor allem in den drei Bereichen Fütterung, Stallumgebung und Ruhe.
Eiweißreiche Fütterung
Federn bestehen überwiegend aus dem Protein Keratin. Damit neue Federn kräftig nachwachsen, steigt der Eiweißbedarf deutlich an. Ein hochwertiges Legefutter bildet die Basis, ergänzend kannst du Folgendes anbieten:
- Gekeimte Hülsenfrüchte wie Erbsen oder Linsen
- Mehlwürmer oder andere tierische Eiweißquellen
- Bierhefe als Lieferant der Aminosäure Methionin
Auch der Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen steigt in dieser Zeit. Vitamin E, Biotin, Zink und Kalzium unterstützen den Federaufbau. Kalkgrit und Magensteinchen sollten frei verfügbar sein, ebenso wie jederzeit frisches Wasser.
Ruhe und wenig Stress
Während der Mauser sind Hühner empfindlicher und anfälliger für Krankheiten. Stress verzögert den Federwechsel und schwächt die Tiere zusätzlich, deshalb gilt jetzt besondere Rücksicht.
Diese Punkte solltest du beachten:
- Keine Umstallungen und keine neuen Tiere in den Bestand setzen
- Keine Behandlungen oder Impfungen ohne medizinischen Grund
- Den Hahn von mausernden Hennen fernhalten, da das Treten die empfindliche Haut verletzen kann
- Tiere möglichst wenig anfassen, das neue Gefieder ist druckempfindlich
Sauberer, trockener Stall
Die neue Haut und die nachwachsenden Federkiele sind besonders empfindlich. Ein hygienischer, trockener Stall ist jetzt wichtiger denn je, um Hautreizungen, Parasiten und Atemwegsprobleme zu vermeiden.
Die richtige Einstreu während der Mauser
Gerade die Einstreu wird oft unterschätzt, dabei spielt sie in der Mauser eine zentrale Rolle. An den kahlen Stellen ist die Haut der Hühner ungeschützt, und die Atemwege reagieren in dieser Phase besonders empfindlich.
Worauf es bei der Einstreu jetzt ankommt:
- Staubfreiheit: Staub reizt die empfindlichen Atemwege und setzt sich auf der freiliegenden Haut ab
- Hohe Saugfähigkeit: Feuchtigkeit fördert Bakterien, Pilze und Milben, eine saugstarke Einstreu hält dagegen
- Regelmäßiger Wechsel: frische Einstreu senkt die Keim- und Parasitenbelastung im geschwächten Zustand
Hier zeigt Hanfeinstreu seine Stärken. Das Material ist nahezu staubfrei und nimmt bis zu fünfmal mehr Feuchtigkeit auf als herkömmliche Holzspäne, sodass der Stall in der sensiblen Mauserphase deutlich länger trocken und sauber bleibt. Als nachwachsender Rohstoff lässt sich Hanfeinstreu zudem problemlos kompostieren, was die Stallpflege auch ökologisch sinnvoll macht.
Praktische Tipps zur Unterstützung der Mauser
Mit ein paar einfachen Maßnahmen hilfst du deinen Tieren, schneller und gesünder durch den Federwechsel zu kommen. Vieles davon lässt sich problemlos in den Alltag einbauen.
Diese Tipps haben sich bewährt:
- Ein Staubbad anbieten, am besten mit feinem Mineral oder etwas Holzasche, das pflegt das Gefieder und hält Parasiten fern
- Für gute Lüftung sorgen, aber Zugluft vermeiden, sonst drohen Unterkühlung und Erkältung
- Regelmäßig auf Milben kontrollieren, besonders in den Ritzen des Stalls
- Die Legeleistung nicht mit Kunstlicht erzwingen, solange die Mauser läuft
Häufige Fehler, die du vermeiden solltest
Viele Probleme in der Mauser sind hausgemacht und lassen sich mit etwas Aufmerksamkeit verhindern. Wer die Phase begleitet, sollte vor allem auf diese typischen Fehler achten:
- Eiweißmangel: wer nur Körner füttert, bremst das Federwachstum aus
- Überbelegung: zu enge Ställe erhöhen Stress und Parasitendruck
- Baden oder starkes Handhaben: das schadet dem empfindlichen neuen Gefieder
- Alte, feuchte Einstreu liegen lassen: ein idealer Nährboden für Milben und Bakterien
Häufige Fragen zur Mauser bei Hühnern
Zum Abschluss die wichtigsten Fragen kurz und verständlich beantwortet:
- Wie lange dauert die Mauser? Im Schnitt vier bis sechs Wochen, bei manchen Tieren bis zu zwölf Wochen.
- Legen Hühner während der Mauser Eier? Meist nicht oder nur wenige, da die Energie ins Federwachstum fließt.
- Was füttert man während der Mauser? Eiweißreiches Futter, ergänzt durch Vitamine, Mineralstoffe und tierisches Protein.
- Braucht es einen trockenen Stall? Ja, ein zugfreier, trockener und sauberer Stall ist jetzt besonders wichtig.
Gesundes Gefieder nach der Mauser
Die Mauser ist kein Grund zur Sorge, sondern ein natürlicher Neustart. Wer seine Hühner jetzt mit eiweißreichem Futter, Ruhe und einer sauberen, trockenen Stallumgebung unterstützt, wird mit kräftigen Tieren und einem dichten Wintergefieder belohnt.
Eine staubfreie und stark saugende Einstreu wie Hanfeinstreu schafft dabei die hygienische Grundlage, damit deine Hennen die anstrengende Phase gesund überstehen und danach wieder fleißig legen.